17. Tag – Wir sind in Reykjavík

Die letzte Nacht haben wir das Dreier-Zimmer mit einer Kanadierin aus Calgary geteilt. Sie ist auch mit dem Fahrrad unterwegs, ist für 3 Nächte in der Jugendherberge einquartiert und macht von da aus Tagesausflüge. Sie ist seit Juli in Island und hat im gesamten 7 Wochen Zeit. Bis heute hat sie schon einige interessante Touren gemacht.

Heute früh um 7:30 Uhr schlichen wir uns mit unserem Gepäck aus dem Zimmer. um die Kollegin mit unserem Einpacken nicht zu stören. Wir assen dann etwas Kleines zum Frühstück und machten uns um 8:00 Uhr auf den Weg.

Zwischen Akranes und Reykjavik liegt ein Fjord. Die beiden Seiten sind mit einem Tunnel verbunden, in dem für Fahrräder ein Fahrverbot besteht. Wir mussten also mit dem Bus diese Unterquerung machen. Der Bus erschien an der Haltestelle mitten im Ort rechtzeitig. Der Fahrer verköstigte sich mit einem Sandwich, wohl sein Frühstück. Wir erkundeten uns, ob wir mit den Fahrrädern mitfahren können. Er war nicht so gesprächig und auch nicht unbedingt hilfsbereit, wie die vorhergehenden Chauffeure. Er meinte nur, wir könnten die Fahrräder aufladen, das Gepäck entweder in den Bus oder in den Gepäckraum unten im Bus einladen. Er blieb sitzen, wir erledigten die ganze Sache souverän alleine. Was uns dann aber erstaunte waren die 750 ISK pro Person, ein günstiger Preis.

Bei der ersten Haltestelle nach dem Tunnel entluden wir unser Material, gaben dem Chauffeure das Zeichen, dass alles ok ist und machten unsere Fahrräder startklar. Es fing wieder mal an zu regnen. Darum zogen wir gleich die Regenkleider an. Wir fuhren entlang der Hauptstrasse, die für isländische Verhältnisse sehr stark befahren ist. 15 Kilometer vor Reykjavík wurde die Strasse auf zwei Spuren erweitert. Der Verkehr nahm immer mehr zu. So folgte dann bald auch schon die dritte Spur. Es wurde immer ungemütlicher auf dem Fahrrad. Die Konzentration wurde aufs Äusserste beansprucht. Und irgendwann war da sogar noch eine vierte Spur. Die ist allerdings Bus und Taxis vorbehalten. Da kein einziger Bus oder Taxi in unsere Richtung fuhr, nutzen wir diese Spur als Velostreifen. So kamen wir am Flughafen vorbei und erreichten dann schon unsere Unterkunft.

Nach dem Zimmerbezug im Hótel Garður, dass einfach eingerichtet ist, machten wir die erste Erkundungstour durch Reykjavík. Wir spazierten durch schön angelegte Pärke mit verschiedenen Skulpturen, vorbei an alten Häusern. Aber auch moderne neue Bauten sind zu sehen. Als erstes besuchten wir das Ráðhús, in welchem Porträts von typischen Isländer und auf einem Podest ein grosses Relief von ganz Island ausgestellt sind. Wir schlenderten dann zum Hafen, sahen uns die verschiedenen grossen Fischerschiffe an. Direkt am Hafenareal steht das ganz moderne Harpa. Es ist ein mächtiger Betonbau, dessen Fassaden in einer Metallkonstruktion mit sehr viel Glas gestaltet ist. Wir schauten uns das Ganze natürlich auch von innen an. Verschieden Treppen führen schräg zur Fassade von Stock zu Stock. Auch von innen, ein sehr gelungener Bau, der grosszügig gestaltet ist, durch das viele Glas freie Sicht nach aussen gibt und damit sehr leicht wirkt.

Danach spazierten wir weiter durch den Stadtkern auf eine Anhöhe, auf der eine riesige Kirche mit einem 75 m hohen Turm (Hallgrímskirkja) thront. Innen ist die Kirche schlich, einfach, ganz hell gestaltet. Es ist ein riesiger Raum mit einer grossen schönen Orgel. Wir fuhren dann mit dem Lift – Schindler – auf die höchste Plattform des Turmes und genossen die Aussicht. Danach liefen wir – bei Regen, das Wetter wechselt alle 15-20 Min von Sonnenschein zu Regen und zurück, wie eben im Norden oft normal – zum Hotel zurück. Wir haben hier für drei Nächte gebucht, also bleiben uns noch zwei Tage Zeit, die Stadt weiter zu erkunden.

4 Responses to “17. Tag – Wir sind in Reykjavík”

  1. Rita und Peter Says:

    Ihr lieben zwei,
    täglich haben wir Eure Abenteuer verfolgt, die Regenkleider spielen immer eine grössere Rolle,
    wir lufttrocknen sie jeden Abend in Gedanken für Euch. Grosses Kompliment zu Eurer grossen Energie. Auf dieser Tour habt Ihr noch nicht oft von Gleichgesinnten oder sogar Schweizer Velotourern gesprochen, also selten im Gegensatz zu den vergangenen Touren? Unsere besten Wünsche für die restliche Fortsetzung, liebe Grüsse Rita und Peter

  2. MIK Says:

    Hallo Zusammen

    Super Leistung – schade, dass das Wetter nicht immer mitspielt. Hoffe jedoch, dass ihr die restlichen Tage noch geniessen könnt und das ihr mit vielen positiven Erinnerungen nach Hause kehrt.
    Spezielle Frage an Silvan: wo hat man mehr Durst – auf einer Velotour oder am Brünigschwinget?

    Grüsse MIK

  3. Peter Suter Says:

    Hallo liebe Radfahrer,
    habe euere Berichte gelesen, und erinnere mich damit immer mehr an unsere Hochzeitsreise in Island, vor bald 30 Jahren. Wind und Regen sind natürlich das Hauptthema, ist klar. Aber die Naturschauspiele, Geysire, Vulkane, Kraterseen und das Schwefelwasser überwiegen zum Positiven!

    Liebe Grüsse an Pia und Alfons,
    Peter Suter

  4. Mampi Says:

    Hallo ihr zwei, heute habt ihr wieder mal super Wetter gehabt, die Bilder zeigen dies sehr schön. Geniesst die letzten Tage noch, denn bald schon heisst es Fahrräder demontieren und reisetauglich machen. En schöne Obig.
    Gruss und Kuss
    Pia

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