13. Tag – Über einen Pass an den Ozean

Heute konnte der Langschläfer wieder ausschlafen. Wir starteten nämlich erst um 9:15 Uhr auf 45 m.ü.M. bei durchzogenem Wetter, 8°C, Wind von der Gegenrichtung, Himmel bedeckt aber trocken. Wir hatten ja Glück, laut Prognosen hätte es regnen sollen. Bereits nach 1 Std. 17 Min und gefahrenen 15 km waren wir auf der Passhöhe auf 430 m.ü.M. Zum Glück gab es eine Rechtskurve und damit endlich Wind, so wie wir in mögen, von seitlich hinten. Die 25 km Abfahrt war ein Genuss. Wir bretterten auf der sehr übersichtlichen Strasse nur so den Hang hinunter mit einer Maximalgeschwindigkeit von 63.1 km/h. Der Rest bis zum Ziel verlief mehr oder weniger flach – in Island ist dies ein immer hoch und runter – so dass wir unser heutiges Ziel bereits um 12:30 Uhr erreichten.

Das neue Tal ist umringt von mächtigen, nicht so hohen Bergen, sehr breit, hat grosse Grünflächen und wie immer einen malerischen Fluss der sich durch die Ebene schlängelt. Vereinzelt stehen Höfe mit zwei, drei Häusern an den Hängen und zwischen drin Kilometer weit kein einziges Haus.

Eingangs Blönduós steht eine ganz moderne Kirche, die einem sofort ins Auge fällt. Ein dunkelgrauer halbrunder Betonbau mit einem schlichten Betonkreuz daneben. Innen ist sie einfach, sehr hell gestaltet und hat eine Orgel in einer interessanten Form. Wir schossen Fotos und assen unser Mittagessen.

Nun wollten die Wolken ihre Last doch noch loswerden und liessen es leicht regnen. Wir entschlossen uns, das Hotel aufzusuchen. Der erste Eindruck schaffte uns nicht das gewünschte Vertrauen. Ein mächtiger Herr mit dickem Bauch, weisser, nicht ganz sauberen Kochweste, einem Hörapparat am Ohr fürs Telefon und grimmigem Aussehen, begrüsste uns. Erst als wir sagten, dass wir online gebucht hätten, wurde er freundlicher. Alfons fragte, ob es einen Raum für die Fahrräder gibt, da ging das Puff los. Die beiden jungen Angestellten wurden instruiert in welchem Zimmer wir nächtigen sollten. Aus einem Körbchen nahm der Gastgeber verschieden Zimmerschlüssel und überlegte laut, wie die Fragestellung zu lösen sei. Einmal war es das Zimmer 6, dann die 8, auch die 3 waren im Spiel. Es gab sogar die Variante ein Bett von Zimmer zu Zimmer zu verschieben. Letztendlich entschloss man sich für Zimmer 8. Das ist in einem freistehenden Guesthouse. Es ist sehr einfach gehalten und macht nicht einen so sauberen Eindruck. Aber was soll’s, wir müssen ja nur eine Schlafmöglichkeit haben.

Wir spazierten dann dem Fluss entlang, wo sich ganze Gruppen von Gänsen auf den Wiesen tummelten und besichtigten die kleine Ortschaft. Teils sind die Häuser in einem guten neuen Zustand, teils sind sie in die Jahre gekommen. Wir schlenderten auch am Ufer des Ozeans entlang, wo weisse taubengrosse Vögel herumflogen und ein riesen Gekreische abhielten.

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