12. Tag – Lokomotive Silvan

Heute ging es früh morgens los. Um 05:30 war Tagwache. Es stand uns eine 93 km lange Tagestour bevor. Davon folgten die ersten rund 50 km einem Fluss bergaufwärts. Der Rest der Strecke verlief entlang einem anderen Fluss hinunter bis nach Varmahlið.
Der Himmel war heute bedeckt und es roch nach Regen. Von Anfang an blies der Wind uns wieder einmal entgegen. Alfons bevorzugte es im Windschatten von Lokomotive Silvan zu fahren. Alfons hatte gestern zwei Hauptgänge beim Nachtessen verschlungen, damit er dem Tempodiktat folgen konnte. Es ging immer leicht aufwärts und bis Kilometer 21 auch im Trockenen. Die ersten Regenwolken waren aufgezogen, die leichten Nieselregen von sich gaben. Der Zug setzte danach seine Reise fort. Es ging immer noch aufwärts. In der Ferne war schon bald ein heftiger Anstieg erkennbar. Kurz davor gab es einen Bananen-Halt, um die nötige Energie für die zu bewältigenden 120 Höhenmeter nach zu laden. Die Steigung war bald geschafft und ein Restaurant bzw. Hotel war zu sehen. Diese Gelegenheit nutzten wir, um ein bisschen Zucker nach zu schütten.

Die Landschaft ist hier irgendwie anders, als in den anderen Teilen, die wir bereits gesehen haben. Die Berge sind grün bis weit hoch. Dort folgte dann vielfach bereits der Schnee. Die Temperaturen hier auf knapp 300 m.ü.M. sind mit 8°C nicht so kalt.

Die Lokomotive mit Wagen machte sich nach dem kurzen Stopp wieder auf den Weg. Der Fluss neben der Strasse war ein steter Begleiter bis anhin und so sollte es noch ein paar weitere Kilometer bleiben. Und dann sahen wir die wirkliche Herausforderung des Tages. Eine kurvige Strecke führte da irgendwo rechts den Berg hinauf. Ob wir das wohl ohne Zahnräder schaffen werden. Vor dem Anstieg gab es wiederum einen Halt, wo wir uns mit heissem Tee und einem Riegel stärkten. Und so ging es die steile Rampe hoch. Ist natürlich nicht zu vergleichen mit einem Alpenpass. Aber mit den schweren Fahrrädern kommt es einem schon fast so vor. Die Steigung war nach ungefähr 30 Minuten geschafft. Von hier an sollte es bei Windstille einfach rollen. Aber unser treuster Begleiter hatte da was dagegen. Auch auf der Abfahrt blies er uns stets ins Gesicht. Da mussten noch ein paar Schaufeln Kohle nach gelegt werden, damit die Lokomotive den Berg runter kam.

Bei Kilometer 70 bei einem verästelten Fluss machte der Zug Halt, um die Passagiere mit einem Mittagessen zu beglücken. Es gab Brot, Salami und Fruchtsaft. Dann endlich konnten wir mit Rückenwind weiter radeln. Die letzten paar Kilometer führten durch ein Tal mit einer veränderten Vegetation. Da waren tatsächlich auch Bäume zu sehen. Zwar nicht sehr grosse, aber so was haben wir da in Island zuvor nicht gesehen.

Bald war dann die Endstation Varmahlið erreicht. Da werden wir im Hotel übernachten, um die Batterien für die morgige Etappe wieder zu füllen.

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