5. Tag – Vom satten Grün in die karge Vulkanlandschaft

Heute waren wir alleine als Gäste am Frühstück. Die Gastgeberin hat für uns ein schmackhaftes Buffet vorbereitet. Auf unsere Frage, ob wir mit dem vorrätigen Brot Sandwichs zum Mitnehmen machen dürfen, wollte sie uns mit noch mehr als bereits vorhanden beschenken. Sie gab uns kleine Plastiksäcke, um die Esswaren gut verpacken zu können. Als Dank haben wir dies im Gästebuch erwähnt. Dieses Guesthouse können wir jederzeit weiter empfehlen.

Ab der Ausfahrt von Reykholt befanden wir uns in landwirtschaftlich genutztem Gebiet. Wir sahen wiederum unzählig viele Pferde weiden. Wenn die Strasse grosse Weiden durchschneidet, sind extra für die weidenden Tier Durchgänge in Form von halbrunden Tunnels erstellt worden. Den Isländer sind ihre Pferde einiges wert! Auch vereinzelt Kühe trafen wir an. Wir fuhren auch an Gemüseplantagen vorbei. Nach ca. 20 km Fahrt machte die Strasse eine Spitzkehre und von nun an konnten wir den starken Wind so voll geniessen. Wir kamen entsprechen rasch voran. Schon bald wechselte das grüne Bild über in ein braun schwarzes bestückt mit grossen Felsbrocken und schwarzer kleiner Lavasteinen. Bei einem Fotohalt fuhr ein Auto an uns vorbei. Der Fahrer bremste ab und legte den Rückwärtsgang ein, um uns wieder zu begrüssen. Es war der Schweizer von vorgestern, der nun alleine unterwegs ist. Er erwähnte, dass er eigentlich für heute ein Flug gebucht habe, um die Gletscherflüsse zu fotografieren. Da aber das Wetter nicht optimal war liess er davon ab.

Entlang der Flüsse fuhren wir weiter. Schon bald sahen wir eine Passstrasse. Der Aufstieg war kurz aber heftig. Die Passhöhe liegt auf rund 300 m.ü.M. und wir befanden uns dann auf einem Hochplateau. Auf diesem wird einerseits mit Windenergie und andererseits mit Wasserkraft Strom produziert. In der Ferne haben wir ausserdem Hekla entdeckt. Dies ist ein immer noch aktiver Vulkan, bei welchem eine Eruption überfällig wäre. Leider – oder doch zum Glück – ersparte er sich das auch für heute. Ihm sind schon einige Lebewesen zum Opfer gefallen.

Die Strasse führte weiter in dieser Einöde. Links und rechts der Strasse meist nur braun mit einzelnen Steinen. Zum Teil schienen die kleinen Kieselsteine goldig zu glänzen. Mit der Kamera liess sich dies nicht festhalten. Das Licht war zu schlecht dafür.

Die letzten 5 km mussten wir noch einmal gegen den Wind ankämpfen. Wir erreichten schliesslich Hálendismiðstöðin Hrauneyjum (Highlandcenter Hrauneyjar). Es bietet Platz für über 200 Personen. Darunter viele Wanderer, die von hier in alle Richtungen weiterziehen können. Für uns wird es morgen auf der F26 der Sprengisandur weiter nordwärts gehen. Uns stehen 150 km unbefestigte Strasse bevor.

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