Archive for August, 2013

… und zum Schluss noch dies

Freitag, August 23rd, 2013

Silvan und Alfons starteten als Vater-Sohn-Gespann am 3. August 2013 zum Abenteuer Island per Fahrrad und sind am 23. August 2013 gesund und mit vielen neuen Eindrücken wieder nach Hause gekommen. Es war ein erfolgreiches Erlebnis. Wir haben zusammen viel erlebt und schauen auf eine gute Zeit mit vielen schönen Erlebnissen, Begegnungen, Bildern und Eindrücken zurück, obwohl der Vater mit seinen Kräften auch mal ans Limit kam.

Wir hatten in den drei Wochen ein Land mit eindrücklicher Naturschönheiten kennen gelernt. Einerseits die grossen kargen Gebiete rund um die Vulkane die einer Mondlandschaft ähnlich sind, wo weit und breit nur Berge, Gletscher, Steine, Geröll und feiner Vulkansand liegen. Andererseits die grünen, schönen auch sehr weiten Gebiete, die notabene nur eine sehr kurze Vegetationszeit haben und darum auch sehr empfindlich sind bezüglich Verwüstung und Erosion durch das Wasser. Die malerischen, in der Landschaft schlängelnden, sanft wirkenden Flüsse in den breiten Flussbetten. Aber auch tiefe Schluchten, Wildbäche die sich darin den Weg suchen mit den majestätisch wirkenden Wasserfällen, an welchen die Gischt hochzieht die im Licht verspielt wirkt und mit dem Rauschen und Donnern die Umgebung beschallen. Die vielen weidenden Pferde, die kleinen Schafgruppen, die singenden Vögel und die unendlichen Weiten dieser Landschaften mit sehr wenig Häusern und damit auch wenig Menschen.

Wir haben hilfsbereite Menschen getroffen, wurden immer freundlich empfangen und fühlten uns sicher. Die Unterkünfte waren, manchmal einfach, aber immer sauber und preiswert. Wir haben immer gut gegessen, obwohl die Auswahl eingeschränkt war. Island können wir jederzeit als Reisedestination nur bestens weiter empfehlen.

Wer das Land mit dem Fahrrad erkunden will, muss sich bewusst sein, dass der Wind immer, meistens aber stark, bläst. Wer Pech hat, erlebt diesen als Gegenwind. Die Temperaturen zwischen 0°C und 14°C sind nicht jeder Manns Sache. Zudem kann es am Tage mehrmals regnen. Man kann Island aber auch mit einem Mietwagen erkunden und so die vielen Schönheiten geniessen.

Wir sind 1’126 km weit gefahren, haben 8’846 Höhenmeter überwunden und sassen dafür 53 Std. 24 Min. im Sattel. Wir hatten 2 Pannen. Silvan hatte eine Schnitt im Hinterreifen und der Ständer an seinem Fahrrad ist gebrochen. Unfälle hatte wir zum Glück keine und wir sind gesund geblieben.

Wir hoffen wir konnten Euch mit unserem Blog einen Eindruck unserer Fahrradtour überbringen. Uns hat es Spass gemacht. Wir danken für die Kommentare, die SMS und die Mails und wer weiss, vielleicht ein anderes Mal mit einem neuen Projekt.

Tschüss, macht’s gut
Alfons und Silvan

20. Tag – Schlussetappe Reykjavík – Keflavík

Donnerstag, August 22nd, 2013

Wir starteten heute früh, da gemäss Prognosen am Ende des Vormittags Regen angesagt war. Der Wind blies mit 10 m/s von Süd-Süd-Ost. Für uns hiess dies gegen den Wind strampeln. Wie es in Island immer ist, kam der Wind von vorne links. Schon bald setzte Nieselregen ein und damit hatten wir nasse Fahrbahnen. Bei jedem grösseren Fahrzeug, vor allem aber bei den grossen Lastern mit 3 und mehr Achsen bekamen wir jeweils eine Dusche in Form von Gischt ab. Auch die Druckwellen, die diese Fahrzeuge erzeugten, verlangten von uns Balanceakte.

Rechtzeitig von dem richtigen Regen trafen wir im Hotel Alex ein, wo wir unsere Fahrradverpackungen deponiert hatten. Gleich nach dem Bezug der Unterkunft machten wir unsere Fahrräder transportfähig. Wir demontieren die nötigen Teile wie Pedale, vorderer Zahnkranz, Räder, Schutzblech, polsterten die heiklen Stellen und fixierten mit Kabelbinder die verschiedenen Teile. Dann wurde das Ganze in die Taschen verpackt. Wir haben noch zusätzliches Material mit eingepackt um nur noch je ein Gepäckstück aufgeben zu müssen.

Wir werden die letzten Stunden noch in Keflavík geniessen und morgen früh um 04:30 das letzte Morgenessen in Island einnehmen. Der Shuttle zum Flughafen bringt uns dann um 04:45 zum Abflugterminal. Unser Flug startet um 07:30 und wir werden nach Plan um 18:15 in Kloten landen.

19. Tag – Heute war Museumstag

Mittwoch, August 21st, 2013

Das Wetter hatte, wie in den Prognosen gemeldet, über Nacht geändert. Es blies ein starker SE Wind und dazu fiel Regen. Für uns eine gute Gelegenheit Museen zu besuchen.

Später als gewohnt zogen wir die Regenkleidung an und machten uns auf den Weg. Die Kamera liessen wir im Zimmer, deshalb gibt es heute keine Bilder. Als erstes besuchten wir das Isländische Nationalmuseum, welches sich gleich neben unserem Hotel befindet.

Die permanente Ausstellung soll Einblick in die Geschichte der isländischen Nation von der Besiedlung bis zur Gegenwart gewähren, so steht es im Prospekt. In der Ausstellung sind ca. 2’000 Exponate von der Zeit der Besiedlung bis hin zur Gegenwart zu sehen, ausserdem 1’000 Fotografien aus dem 20. Jahrhundert. Auf drei grossräumigen Etagen ist die Ausstellung zum Teil in Vitrinen, als Bilder, als räumlich nachgebaute Szenen oder als interaktive Multimedia aufgebaut. Die Geschichte Islands wird so in chronologischer Reihenfolge dargestellt. Der Besuch hat sich sehr gelohnt, erfuhren wir doch einiges über die 1’200 Jahre, die seit der Besiedlung Islands vergangen sind.

Nach Kaffee und Kuchen im hauseigenen Kaffee gings weiter zur nächsten geschichtlich interessanten Ausstellung. Im Reykjavik 871±2 erhielten wir Einblick in die Entstehung dieser Stadt und dem Leben im Zeitalter der Wikinger. Im Jahre 2001 fand man bei Ausgrabungen in Aðalstræti archäologische Reste, die sich als die ältesten jemals gefundenen Relikte einer menschlichen Ansiedlung in Reykjavík erweisen sollten und von dem Jahre 871±2 zu datieren sind. Auch hier wurden wir mit modernster Technik durch die Ausstellung geführt und erfuhren Interessantes über die Lebens- und Bauweisen dieser frühen Zeit.

Draussen hat der Regen inzwischen an Intensität zugenommen, dennoch liessen wir es uns nicht nehmen zum nächsten, dem Vulkan Museum, zu gehen. Doch leider war dieses geschlossen. So zogen wir uns ins Hotelzimmer zurück.

 

18. Tag – Durch und um Reykjavík mit dem Fahrrad

Dienstag, August 20th, 2013

Bei schönstem Wetter, stahlblauem Himmel, fast keinem Wind und angenehmen 14°C starteten wir heute früh zu unserer Stadterkundung. Als erstes Ziel peilten wir das Saga Museum auf dem höchsten Punkt Reykjavíks an. Es ist ein bemerkenswerter Bau bestehend aus 6 grossen Runden Türmen die mit einer Glaskuppel zu einem Ganzen abgeschlossen sind. In einem dieser Türme ist ein Museum eingegliedert. Die anderen 5 dienen als Warmwasserspeicher Reykjavíks. Von hier aus wird die Stadt mit Warmwasser versorgt. Im Winter werden damit Strassen und Gehwege beheizt. Vor unserem Hotel wird die Bushaltestelle neu mit Bodenplatten belegt und darunter ist eine Bodenheizung angelegt (siehe Bild unten). Das können wir uns Schweizer nicht so ganz vorstellen. Aber hier in Island ist Wärme in Form von Warmwasser kein Thema.

Wir waren etwas früh beim Museum und spazierten darum im angrenzenden Park. Zuerst besuchten wir die dampfende Wasserquelle und danach gingen wir auf einen Friedhof der auf 7 ganz sachten grünen Hügeln angelegt ist. Es ist eine ganz friedliche Ruhestätte.

Um 10:00 Uhr war Türöffnung. Im Innern des Baus führt eine Treppe auf das Dach der 6 Türme, dass frei zugänglich ist und konnten so der Glaskuppe entlang rund herum gehen. Von hier aus genossen wir die herrliche Sicht in alle Himmelsrichtungen.

Nach diesem Besuch fuhren wir ganz gemütlich auf Fahrradwegen zum Botanischen Garten und schlenderten durch die lieblich angelegte Anlage. Von hier aus ging’s an die Küste. Wir fuhren dem Hafengebiet entlang und umrundeten dann den ganzen Zipfel der Halbinsel. Dem Meer entlang zu fahren ist eine sehr beruhigende Angelegenheit und wir genossen dies entsprechend. Wir kamen erst an einem noblen Villenviertel vorbei. Anschliessend war der Leuchtturm Reykjavíks in Sicht. Er liegt auf eine kleinen Insel. Da gerade Ebbe herrscht, konnten wir zum Turm und den beiden Häuser, die leer stehen, hinüber laufen.

Die Fahrt führte weiter zu einem Golfplatz. Auf dem nur vereinzelte Personen am spielen waren. Auf der Weiterfahrt kamen wir zum Flugplatz der Stadt und damit waren wir nach 29 km bereits wieder bei unserem Hotel. Auf dem ganzen Weg sind wir immer wieder an interessanten Skulpturen vorbeigekommen. Es sind teils ganz modern, abstrakte Gebilde, teils werden Persönlichkeiten ganz oder als Büsten dargestellt.

Nach einer kurzen Pause machten wir uns zu Fuss ins Zentrum, wo wir beiden Männer auf Shoppingtour gingen. Lach, lach… Wir wurden dabei von einem Mädchen angesprochen, welches uns ein Konzert in der Harpa empfehlen wollte. Es sprach sogar deutsch. Leider findet dieses Konzert – nach kurzer Recherche – nicht im grossen Saal des Komplexes statt und dauert lediglich eine Stunde. Dies hielt uns schliesslich von einem Besuch am Abend ab.

17. Tag – Wir sind in Reykjavík

Montag, August 19th, 2013

Die letzte Nacht haben wir das Dreier-Zimmer mit einer Kanadierin aus Calgary geteilt. Sie ist auch mit dem Fahrrad unterwegs, ist für 3 Nächte in der Jugendherberge einquartiert und macht von da aus Tagesausflüge. Sie ist seit Juli in Island und hat im gesamten 7 Wochen Zeit. Bis heute hat sie schon einige interessante Touren gemacht.

Heute früh um 7:30 Uhr schlichen wir uns mit unserem Gepäck aus dem Zimmer. um die Kollegin mit unserem Einpacken nicht zu stören. Wir assen dann etwas Kleines zum Frühstück und machten uns um 8:00 Uhr auf den Weg.

Zwischen Akranes und Reykjavik liegt ein Fjord. Die beiden Seiten sind mit einem Tunnel verbunden, in dem für Fahrräder ein Fahrverbot besteht. Wir mussten also mit dem Bus diese Unterquerung machen. Der Bus erschien an der Haltestelle mitten im Ort rechtzeitig. Der Fahrer verköstigte sich mit einem Sandwich, wohl sein Frühstück. Wir erkundeten uns, ob wir mit den Fahrrädern mitfahren können. Er war nicht so gesprächig und auch nicht unbedingt hilfsbereit, wie die vorhergehenden Chauffeure. Er meinte nur, wir könnten die Fahrräder aufladen, das Gepäck entweder in den Bus oder in den Gepäckraum unten im Bus einladen. Er blieb sitzen, wir erledigten die ganze Sache souverän alleine. Was uns dann aber erstaunte waren die 750 ISK pro Person, ein günstiger Preis.

Bei der ersten Haltestelle nach dem Tunnel entluden wir unser Material, gaben dem Chauffeure das Zeichen, dass alles ok ist und machten unsere Fahrräder startklar. Es fing wieder mal an zu regnen. Darum zogen wir gleich die Regenkleider an. Wir fuhren entlang der Hauptstrasse, die für isländische Verhältnisse sehr stark befahren ist. 15 Kilometer vor Reykjavík wurde die Strasse auf zwei Spuren erweitert. Der Verkehr nahm immer mehr zu. So folgte dann bald auch schon die dritte Spur. Es wurde immer ungemütlicher auf dem Fahrrad. Die Konzentration wurde aufs Äusserste beansprucht. Und irgendwann war da sogar noch eine vierte Spur. Die ist allerdings Bus und Taxis vorbehalten. Da kein einziger Bus oder Taxi in unsere Richtung fuhr, nutzen wir diese Spur als Velostreifen. So kamen wir am Flughafen vorbei und erreichten dann schon unsere Unterkunft.

Nach dem Zimmerbezug im Hótel Garður, dass einfach eingerichtet ist, machten wir die erste Erkundungstour durch Reykjavík. Wir spazierten durch schön angelegte Pärke mit verschiedenen Skulpturen, vorbei an alten Häusern. Aber auch moderne neue Bauten sind zu sehen. Als erstes besuchten wir das Ráðhús, in welchem Porträts von typischen Isländer und auf einem Podest ein grosses Relief von ganz Island ausgestellt sind. Wir schlenderten dann zum Hafen, sahen uns die verschiedenen grossen Fischerschiffe an. Direkt am Hafenareal steht das ganz moderne Harpa. Es ist ein mächtiger Betonbau, dessen Fassaden in einer Metallkonstruktion mit sehr viel Glas gestaltet ist. Wir schauten uns das Ganze natürlich auch von innen an. Verschieden Treppen führen schräg zur Fassade von Stock zu Stock. Auch von innen, ein sehr gelungener Bau, der grosszügig gestaltet ist, durch das viele Glas freie Sicht nach aussen gibt und damit sehr leicht wirkt.

Danach spazierten wir weiter durch den Stadtkern auf eine Anhöhe, auf der eine riesige Kirche mit einem 75 m hohen Turm (Hallgrímskirkja) thront. Innen ist die Kirche schlich, einfach, ganz hell gestaltet. Es ist ein riesiger Raum mit einer grossen schönen Orgel. Wir fuhren dann mit dem Lift – Schindler – auf die höchste Plattform des Turmes und genossen die Aussicht. Danach liefen wir – bei Regen, das Wetter wechselt alle 15-20 Min von Sonnenschein zu Regen und zurück, wie eben im Norden oft normal – zum Hotel zurück. Wir haben hier für drei Nächte gebucht, also bleiben uns noch zwei Tage Zeit, die Stadt weiter zu erkunden.

16. Tag – Von Bifröst nach Akranes

Sonntag, August 18th, 2013

Eigentlich hätte heute um 8:00 Uhr das Frühstück bereit stehen sollen. Aber das Restaurant war noch geschlossen. Wir versuchten an allen Eingängen Eintritt zu bekommen. Nichts wars. Wir mussten warten bis der Herr, der das ganze Haus managt, kam und uns öffnete.

Bei angenehmen 10°C, bewölktem Himmel und leichtem Rückenwind konnten wir die heutige Etappe starten. Nach wenigen Kilometern mussten wir die Regenkleider anziehen. Doch schon bald war auch dieser Spuk vorbei und wir nahmen wieder einen Tenuewechsel vor.

Wir fuhren auf der Strasse 1, die sich durch die Ebene – natürlich die Isländische – schlängelt in einem rassigen Tempo. Die Gegend ist geprägt von steinigem Land umringt von Bergen im Hintergrund. Auf dieser Strecke gibt es verschiedene, erhöhte Aussichtspunkte. An einem machten wir Halt, doch leider war die Sicht zu trübe, um schöne Bilder machen zu können.

Nach 32 km machten wir in Borgarnes auf einem Campingplatz Halt, um unsere Banane zu essen. Danach führte der Weg über eine langen Damm über einen Fjord. Bei Kilometer 60 kehrten wir in einem Restaurant ein, um etwas zu trinken. Während wir da sassen, sahen wir draussen die vorbeifahrenden Autos, die vermehrt die Scheibenwischer laufen liessen. Und tatsächlich es hatte wieder begonnen zu regnen und hörte bis zu unser Ziel in Akranes nicht mehr auf.

Akranes ist eine kleine Ortschaft mit ca. 6’600 Einwohnern. Es hat hier einen kleinen Hafen, wo vor allem Fischer ihr Handwerk treiben. Da die Jugendherberge erst ab 17:00 Uhr bedient ist, sind wir durch die Ortschaft spaziert, haben den Leuchtturm besucht und nahmen in einer schönen Bäckerei etwas Süsses und Kaffee zu uns. Die Jugi befindet sich in einer früheren Apotheke und ist mit Räumen auf drei Stockwerke ganz angenehm, sauber und schön eingerichtet.

15. Tag – Aussentemperatur +2°C, aber geschwitzt wie in der Sauna

Samstag, August 17th, 2013

Heute war um 7:00 Uhr Tagwache. Wir machten uns fahrbereit, zogen die langen Hosen und ein langes Unterleibchen an, luden alles Gepäck auf die Fahrräder, weil das Morgenessen in einem ca. 500 m entfernten Gebäude zubereitet wurde. Über Nacht hat der Wind die Richtung gewechselt und blies nun kalt von Norden her. Der Himmel war Wolken behangen, zum Glück regnete es nicht.

Nach dem Frühstück starteten wir also mit Rückenwind. Wir kamen zügig voran. Doch schon bald muss Alfons anhalten, um Handschuhe anzuziehen. Nach einer Weile sah es am Horizont nicht mehr ganz so freundlich aus. Es machte den Anschein, als doch eine Regenwand auf uns zukommen wolle. Wir montierten die Regenkleider. Mit der Zeit kamen wir immer mehr in den Nebel und damit war der Blick in die Umgebung eingeschränkt. Am Strassenrand entnahmen wir einer Hinweistafel, dass der bevorstehende Übergang auf 407 m.ü.M sei. Wir gewonnen immer mehr an Höhe, verbrauchten aber auch viel Energie, was sich durch Schwitzen in den Regenkleidern bemerkbar machte. Es war wie in der Sauna. Soll uns einer erklären, wie dies mit der funktionalen Sportbekleidung bei kühlen Aussentemperaturen funktionieren soll. Der Schweiss kondensiert am kalten Stoff und bleibt als Wasser schön eingeschlossen im Inneren der Bekleidung. Da ist nichts von aktivem Atmen mit Flüssigkeitstransport nach aussen.

Bei Kilometer 32, nach 2 Std. 10 Min Fahrt, hatten wir den Scheitelpunkt des Passes erreicht. Wir waren immer noch im Nebel. Die Abfahrt mit Rückenwind genossen wir und nach ca. 60 km verschwand dann der Nebel und die Wolken gaben den blauen Himmel fleckenweise frei.

Kurz vor unserem heutigen Ziel bestiegen wir einen kleinen Vulkankrater und nahmen da ein paar Steine als Souvenir mit. Wir hoffen nur, dass wir bei der Ausreise nicht wie der Walliser Polizei Kommandant Schwierigkeiten erhalten.

Wir haben unser Zimmer im Hótel Bifröst bezogen. Dieses liegt auf dem Gelände der Bifröst University im Westen von Island.

14. Tag – 1. Panne im Regen

Freitag, August 16th, 2013

Das heutige Morgenessen war eher spärlich, passte zum ganzen Ambiente dieses „Hotels“. Wir assen einen rechte Portion Müesli mit Honig und Jogurt, um unsere Energietanks zu füllen. Bei leichtem Regen startete Alfons schon mal, um sich in seinem Tempo einzufahren. Erst ab Kilometer 15 sah er das Licht von Silvan auf der Strasse. Der Regen wurde intensiver. Nach 23 Kilometern fuhren wir wieder gemeinsam und Silvan verlangte einen Halt, da er am Hinterrad Luft verlor. Er hat schon beim Start den Reifen nach pumpen müssen. Warum immer bei Regenwetter die Schläuche lassen, ist uns ein Rätsel. Zum Glück machte der Regen eine kurze Pause. Wir montierten den Reifen ab und siehe da, dieser hatte Quer zur Laufrichtung einen tiefen Schnitt durch das ganze Profil. Also musste ein neuer Mantel und ein Schlauch auf das Rad. Dieser Wechsel ging ganz zügig – nicht ganz so schnell wie beim Formel 1 Rennen – von statten. Nachdem genügend Druck im Rad war, das Material versorgt und die Hände gereinigt, gab es erst mal eine Banane, bevor die Fahrt weiter ging. Der Regen wurde wieder intensiver, so dass wir beim nächsten angeschriebenen Haus bei Kilometer 40 eine Pause einlegen konnten. Es tat gut, im Trockenen an der Wärme zu sitzen. Als der Regen nachliess, sattelten wir unsere Räder wieder und fuhren weiter.

Die Gegend hier ist sehr grün mit vielen Landwirtschaftsbetrieben, die jeweils sehr weit auseinander gelegen sind. Ums Fotografieren war es uns bei der Witterung nicht zu Mute. Wir fuhren dann direkt unsere nächste Unterkunft, die Jugendherberge Sæberg, an. Direkt am Ufer des Fjordes ist sie gelegen. Hier konnten wir unsere Kleider in der Maschine waschen und im Tumbler trocknen. Dieses Hostel bietet 45 Nasen ein Bett. Die Küche ist aber relativ klein gehalten. Deshalb kochten wir unser Abendessen relativ früh. Im Garten des Anwesens hat es noch zwei „Hot Tub’s“. Silvan wird sich noch ein Bad darin gönnen. Draussen veränderte sich das Wetter von Minute zu Minute. Auch die Sonne hat mal wieder geschienen.

13. Tag – Über einen Pass an den Ozean

Donnerstag, August 15th, 2013

Heute konnte der Langschläfer wieder ausschlafen. Wir starteten nämlich erst um 9:15 Uhr auf 45 m.ü.M. bei durchzogenem Wetter, 8°C, Wind von der Gegenrichtung, Himmel bedeckt aber trocken. Wir hatten ja Glück, laut Prognosen hätte es regnen sollen. Bereits nach 1 Std. 17 Min und gefahrenen 15 km waren wir auf der Passhöhe auf 430 m.ü.M. Zum Glück gab es eine Rechtskurve und damit endlich Wind, so wie wir in mögen, von seitlich hinten. Die 25 km Abfahrt war ein Genuss. Wir bretterten auf der sehr übersichtlichen Strasse nur so den Hang hinunter mit einer Maximalgeschwindigkeit von 63.1 km/h. Der Rest bis zum Ziel verlief mehr oder weniger flach – in Island ist dies ein immer hoch und runter – so dass wir unser heutiges Ziel bereits um 12:30 Uhr erreichten.

Das neue Tal ist umringt von mächtigen, nicht so hohen Bergen, sehr breit, hat grosse Grünflächen und wie immer einen malerischen Fluss der sich durch die Ebene schlängelt. Vereinzelt stehen Höfe mit zwei, drei Häusern an den Hängen und zwischen drin Kilometer weit kein einziges Haus.

Eingangs Blönduós steht eine ganz moderne Kirche, die einem sofort ins Auge fällt. Ein dunkelgrauer halbrunder Betonbau mit einem schlichten Betonkreuz daneben. Innen ist sie einfach, sehr hell gestaltet und hat eine Orgel in einer interessanten Form. Wir schossen Fotos und assen unser Mittagessen.

Nun wollten die Wolken ihre Last doch noch loswerden und liessen es leicht regnen. Wir entschlossen uns, das Hotel aufzusuchen. Der erste Eindruck schaffte uns nicht das gewünschte Vertrauen. Ein mächtiger Herr mit dickem Bauch, weisser, nicht ganz sauberen Kochweste, einem Hörapparat am Ohr fürs Telefon und grimmigem Aussehen, begrüsste uns. Erst als wir sagten, dass wir online gebucht hätten, wurde er freundlicher. Alfons fragte, ob es einen Raum für die Fahrräder gibt, da ging das Puff los. Die beiden jungen Angestellten wurden instruiert in welchem Zimmer wir nächtigen sollten. Aus einem Körbchen nahm der Gastgeber verschieden Zimmerschlüssel und überlegte laut, wie die Fragestellung zu lösen sei. Einmal war es das Zimmer 6, dann die 8, auch die 3 waren im Spiel. Es gab sogar die Variante ein Bett von Zimmer zu Zimmer zu verschieben. Letztendlich entschloss man sich für Zimmer 8. Das ist in einem freistehenden Guesthouse. Es ist sehr einfach gehalten und macht nicht einen so sauberen Eindruck. Aber was soll’s, wir müssen ja nur eine Schlafmöglichkeit haben.

Wir spazierten dann dem Fluss entlang, wo sich ganze Gruppen von Gänsen auf den Wiesen tummelten und besichtigten die kleine Ortschaft. Teils sind die Häuser in einem guten neuen Zustand, teils sind sie in die Jahre gekommen. Wir schlenderten auch am Ufer des Ozeans entlang, wo weisse taubengrosse Vögel herumflogen und ein riesen Gekreische abhielten.

12. Tag – Lokomotive Silvan

Mittwoch, August 14th, 2013

Heute ging es früh morgens los. Um 05:30 war Tagwache. Es stand uns eine 93 km lange Tagestour bevor. Davon folgten die ersten rund 50 km einem Fluss bergaufwärts. Der Rest der Strecke verlief entlang einem anderen Fluss hinunter bis nach Varmahlið.
Der Himmel war heute bedeckt und es roch nach Regen. Von Anfang an blies der Wind uns wieder einmal entgegen. Alfons bevorzugte es im Windschatten von Lokomotive Silvan zu fahren. Alfons hatte gestern zwei Hauptgänge beim Nachtessen verschlungen, damit er dem Tempodiktat folgen konnte. Es ging immer leicht aufwärts und bis Kilometer 21 auch im Trockenen. Die ersten Regenwolken waren aufgezogen, die leichten Nieselregen von sich gaben. Der Zug setzte danach seine Reise fort. Es ging immer noch aufwärts. In der Ferne war schon bald ein heftiger Anstieg erkennbar. Kurz davor gab es einen Bananen-Halt, um die nötige Energie für die zu bewältigenden 120 Höhenmeter nach zu laden. Die Steigung war bald geschafft und ein Restaurant bzw. Hotel war zu sehen. Diese Gelegenheit nutzten wir, um ein bisschen Zucker nach zu schütten.

Die Landschaft ist hier irgendwie anders, als in den anderen Teilen, die wir bereits gesehen haben. Die Berge sind grün bis weit hoch. Dort folgte dann vielfach bereits der Schnee. Die Temperaturen hier auf knapp 300 m.ü.M. sind mit 8°C nicht so kalt.

Die Lokomotive mit Wagen machte sich nach dem kurzen Stopp wieder auf den Weg. Der Fluss neben der Strasse war ein steter Begleiter bis anhin und so sollte es noch ein paar weitere Kilometer bleiben. Und dann sahen wir die wirkliche Herausforderung des Tages. Eine kurvige Strecke führte da irgendwo rechts den Berg hinauf. Ob wir das wohl ohne Zahnräder schaffen werden. Vor dem Anstieg gab es wiederum einen Halt, wo wir uns mit heissem Tee und einem Riegel stärkten. Und so ging es die steile Rampe hoch. Ist natürlich nicht zu vergleichen mit einem Alpenpass. Aber mit den schweren Fahrrädern kommt es einem schon fast so vor. Die Steigung war nach ungefähr 30 Minuten geschafft. Von hier an sollte es bei Windstille einfach rollen. Aber unser treuster Begleiter hatte da was dagegen. Auch auf der Abfahrt blies er uns stets ins Gesicht. Da mussten noch ein paar Schaufeln Kohle nach gelegt werden, damit die Lokomotive den Berg runter kam.

Bei Kilometer 70 bei einem verästelten Fluss machte der Zug Halt, um die Passagiere mit einem Mittagessen zu beglücken. Es gab Brot, Salami und Fruchtsaft. Dann endlich konnten wir mit Rückenwind weiter radeln. Die letzten paar Kilometer führten durch ein Tal mit einer veränderten Vegetation. Da waren tatsächlich auch Bäume zu sehen. Zwar nicht sehr grosse, aber so was haben wir da in Island zuvor nicht gesehen.

Bald war dann die Endstation Varmahlið erreicht. Da werden wir im Hotel übernachten, um die Batterien für die morgige Etappe wieder zu füllen.